Geschichte des Gleitschirmfliegens

 

Geschichte des Gleitschirmfliegens

Ein Gleitschirm von 1988

(wie entstand und entwickelte sich das Gleitschirmfliegen bis zur Einführung in Oberstdorf)

 

Laut Wikipedia (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Gleitschirmfliegen )

Das Gleitschirmfliegen begann 1965 mit dem Sailwing von David Barish. Dieser bezeichnete die neue Sportart als Slope Soaring (wörtl. Hangfliegen), stieß damit aber nur auf geringe Resonanz.

Die Entwicklung des Gleitsegelns brach damit aber nicht ab, sondern setzte sich, unter Verwendung von geeigneten Flächenfallschirmen, vorübergehend als Spezialdisziplin des Fallschirmsports fort. Entscheidenden Anteil daran haben die Veröffentlichungen von Dan Poynter anfangs der 1970er Jahre, in denen er auch Slope Soaring und Paragliding beschrieb und 1974 schließlich Parasailing sogar in einem Lehrbuch propagierte. Eine echte Schlüsselrolle kommt diesem Buch allerdings nicht mehr zu, denn bereits ab 1972 war die Idee des Gleitsegelns in Deutschland, und Österreich vertreten und die ersten entsprechenden Flüge fanden auch in Europa bereits vor 1974 statt.

Bei diesem so genannten Bergfliegen erfolgten die Starts wegen der geringen Gleitleistung der verwendeten Flächenfallschirme vornehmlich in steilem Gelände, so etwa von der Skiabfahrt in Kitzbühel, vom Tegelberg, vom Säntis und an ähnlich steilen Bergen. Die damaligen Flüge waren im Wesentlichen auf schnelles Hinabfliegen ins Tal begrenzt. „Kontrollierte Abstürze“, wie sie häufig genannt wurden, waren diese Flüge jedoch nicht. Die verwendeten Flächenfallschirme waren zum damaligen Zeitpunkt bereits weitgehend ausgereifte und gut steuerbare Systeme. Den ab Anfang der 1980er Jahre entwickelten „Gleitschirmen“ waren diese (sowohl von der Verarbeitung als auch von ihren grundsätzlichen flugtechnischen Eigenschaften her) zumindest unter Sicherheitsaspekten noch eine ganze Weile überlegen. Starts waren auch mit den ersten Gleitschirmen noch eine „Herausforderung“ und sowohl Gleitzahlen wie Sinkraten bergfliegender Fallschirme und erster Gleitschirme waren somit durchaus vergleichbar (Gleitverhältnis circa 3:1, Sinkraten ca. 3 Meter pro Sekunde).

Erst mit der erfolgreichen technischen Weiterentwicklung der speziell auf die Verwendung zum Gleitsegeln zugeschnittenen Gleitschirme setzte sich das Gleitschirmfliegen schließlich als eigene Sportart durch – fast so, wie es sich Barish schon 1965 unter seinem Begriff Slope Soaring vorgestellt hatte.

 

 Laut Wikipedia (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Gleitsegeln )

Die konzeptionelle Idee zu entsprechenden Gleitsegeln reicht bereits bis in das Jahr 1948 zurück (siehe Gleitsegelgeschichte). In der Praxis begann das Gleitsegelfliegen 1965 mit den ersten Flügen des extra dafür entwickelten – und daher auch als Ur-Gleitschirm anzusehenden – einflächigen 5-bogigen Sailwing von Dave Barish, einer Weiterentwicklung seines bereits 1964 entwickelten 3-bogigen rechteckigen Einzelfächen-Fallschirms. 1966 propagiert Barish zusammen mit seinem Sohn sowie 1966/68 zusammen mit Dan Poynter Slope Soaring mittels öffentlicher Vorführungen in Skigebieten als neue Sportart, so u.a. auch in Catamont und Lake Placid mit Gleitsegelflügen an den dortigen Skischanzen. Die Zeit war jedoch noch nicht reif für diese Idee und auch nachdem 1967 der erste Bergflug mit einem Parafoil erfolgte war, einem ebenfalls bereits 1964 von Domina Jalbert entwickelten doppelflächigen, mehrzelligen Fallschirm, und somit grundsätzlich 2 Systeme zur Verfügung standen, blieb Gleitsegelfliegen zunächst eine extravagante Randerscheinung. Mit dem Einstellen der Fallschirm-Forschungsprogramme durch die NASA Ende der 1960er, gab Barish deshalb auch die Entwicklung des Sailwing auf. Die weitere Verbreitung des Gleitsegelfliegens fußte dadurch nicht mehr auf Barishs „Gleitschirm“, als eigenständigem technischen Fluggerät, sondern orientierte sich folgend im Wesentlichen zunächst an der Fortentwicklung des ebenfalls bergstartfähigen Parafoil-Fallschirm-Systems.

In das Bewusstsein einer etwas größeren Öffentlichkeit drang „Slope Soaring/Gleitsegeln“ erst in den 1970ern. Entscheidenden Anteil daran haben nicht zuletzt die bekannteren Veröffentlichungen von Dan Poynter: nachdem er 1970 im Parachutist Magazine einen Artikel über das „Slope Soaring“. veröffentlicht hatte, beschrieb Poynter es 1972 im „Parachute Manual“ erneut und schildert es als Fallschirm-Test-Möglichkeit nach Reparaturen. 1973 erschien sein Buch „Hang Gliding“, in dem er als ähnliche Sportart auch Paragliding beschreibt. 1974 propagiert er dann in einem Lehrbuch auch das Parasailing.

Spätestens 1972 ist die Idee des Gleitsegelns auch in Deutschland und Österreich vertreten: Michael Melzer und Hans Ostermünchner verfolgten die Idee von Fallschirm-Fußstarts. Bei Starkwind flog Hartmut Huber, der spätere Mitgründer von Parasail, von der Sprungschanze in Kitzbühel. Am 18. September 1976 starteten Heinz Fischer und Volker Rademacher mit einem 7-zelligen PARASLED vom Rohrkopfsattel Tegelberg und flogen ins Tal.

Eine besondere Bekanntheit erlangten 1978 die Franzosen Bosson, Betemps und Bohn, als sie mit Flächensprungfallschirmen erneut Fußstartversuche durchführten und anfangs der 80er wurden in den französischen Hochalpen in Mieussy bereits Wettbewerbe durchgeführt. Das sog. Bergfliegen mit geeigneten Sprungfallschirmen hatte sich von einem außergewöhnlichen Hobby einzelner Individualisten erstmals in eine etwas breitere sportliche Bewegung gewandelt, die auch für „Bergflieger“ attraktiv wurde, die nicht ohnehin schon Fallschirmspringer waren. Wegen der sehr geringen Gleitleistung der Fallschirme von max. 1 : 3 erfolgten Starts jedoch meist in steilem Gelände und Rinnen. Der Flug war im Wesentlichen immer noch auf ein schnelles Hinabfliegen ins Tal begrenzt.

Parallel zum „Bergfliegen“ entstand ab ca. 1980 mit der erneuten Entwicklung spezieller Schirme (wie die Flächenfallschirme nun allerdings ebenfalls auf Basis der zweiflächigen Mehrzeller von JALBERT) als eigenständige Sportart das Gleitschirmfliegen – fast so, wie es sich Barish schon 1965 vorgestellt hatte.

Anfangs wesentlich instabiler, aber kaum leistungsfähiger als entsprechende Sprungfallschirme, holten die neuen spezialisierten „Gleitschirme“ in puncto Sicherheit auf und begannen die zweckentfremdeten Fallschirme am Berg ab ca. 1985 durch bessere Gleitwinkel und wesentlich besseres Handling zu übertreffen.

 

Und wie war das bei uns:
(aus Erzählungen und Berichten ehemaliger Akteure und Beteiligten)

 1986 hatte Kaiser Peter (Mitglied im "Oberstdorfer Drachenverein") den ersten Gleitschirm in unserem Umfeld. Das Fabrikat und Typ des Gleitschirms ist nicht mehr bekannt (könnte allerdings ein Fabrikat vom seinerzeit größten Gleitschirmhersteller "Ailes DeKa" aus der Schweiz sein. Es gab zu dieser Zeit noch sehr wenige Gleitschirm-Hersteller).

 Peter sammelte gleichgesinnte und sportbegeisterte Kameraden, welche ebenfalls dieses neue Abenteuer, das "Gleitschirmfliegen" ausprobieren wollten. Viele kamen willkürlich zu diesem Erlebnis und nicht wenige frönten den Gleitschirm-Flugsport weiterhin mit all seinen Freuden aber auch Leiden. Hauptsache, es hat großen Spaß gemacht.

 Der Gleitschirmsport entwickelte sich zunehmend auch in unseren Gefilden und es kamen mit den Jahren weitere bessere und leistungsstärkere Gleitschirme auf den Markt. Die anfänglichen Pionier-Gesinnung wich langsam dem leistungsorientierten Breiten- und Spitzensport. So wie man anfangs vom Nebelhorn-Gipfel aus dem Steilgelände gestartet ist (mußte) und die Anzahl der absolvierten Flüge, welche maximal nur bis zur Seealpe reichten (bei max. möglichem Gleitwinkel 1:3) das Maß aller Dinge war, so startet man heutzutage von der Bergstation Höfatsblick, fliegt zum Gipfel hoch und beendet den Flug im Landeplatz Oybele nach eigenem Gutdünken und ausreichenden Flugzeit oder beweist seine Fähigkeiten beim Streckenfliegen. Ein Streckenfliegen zu damaliger Zeit war unmöglich. Das heutige Sterckenfliegen fing erst ca 1990 bei uns an. Zusätzlich wurden der Spitzensport in Gleitschirmfliegen geboren und manch einer gab sich seinen Ambitionen hin und beteiligte sich an verschiedenen Wettkämpfen. Dies waren zB vereins und regionale Wettkämpfe, Deutsche Meisterschaften, später kamen die Liga-Meisterschaften, Europa-Meisterschaften, Weltmeisterschaften und Streckenflug-Meisterschaften hinzu. Dazwischen gab es zusätzlich sporadische und spezielle Wettkämpfe zu besonderen Anlässen wie Alpencup, Jubiläumspokalfliegen, etc. Auch das Tandemfliegen hat sich im Laufe der Zeit bei uns fest eingebürgert und seine Attraktivität zeigt sich in zunehmenden Maße bei Jung und Alt.

 1987 wurde am 1. April die erste gesetzliche Regelung des Gleitschirmfliegens in Deutschland verabschiedet. Ab jetzt mußte jeder Flieger einen Flugschein machen und eine entsprechende Haftpflichtversicherung vorweisen können.
Allerdings war die Schulung und Prüfung zum Flugschein anfangs sehr einfach gestaltet. Erst auf Grund der sich teils stark häufenden Unglücksfälle ergab sich der heutige Luftfahrerschein mit all seinen Voraussetzungen.
Zu damaliger Zeit konkurrierten 2 große Institutionen (der "Deutsche Hängegleiter Verband" [DHV] und der "Deutsche Aero Club" [DAeC] ) um die Vorherrschaft im Drachen- und Gleitschirm-Milieu, welches letztendlich der DHV für sich entscheiden konnte. Als dies noch nicht geklärt war, veranstalteten seinerzeit beide Institutionen ihre jährliche Deutsche Meisterschaft, welche einerseit sogar zusammen mit den Fallschirmspringern durchgeführt wurde. Erst als das Bundesluftfahramt den eigentlichen Drachen- und Gleitschirmflieger-Vertreter festlegte (DHV), normalisierte und wuchs die Drachen- und Gleitschirmflieger-Szene zum heutigen Stand der Dinge.

 

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