Begebenheiten & Erlebnisse

 

04/27/19

Die Zukunft der Nebelhornbahn

BESSERER KOMFORT UND KÜRZERE WARTEZEITEN

 Wenn alles nach Plan geht, soll der 45 Millionen Euro teure Neubau der Nebelhornbahn im Sommer starten - Sommerbetrieb läuft unbeeinträchtigt weiter.

 Der Neubau der Nebelhornbahn ist für den Vorstand des Unternehmens Peter Schöttl nach dem viel gelobten Neubau der Gipfelstation das letzte Großprojekt, das unter seiner Ägide auf den Weg gebracht wird. Schöttl verlässt das Unternehmen nach 26 Jahren aus Altersgründen im Herbst dieses Jahres. Wenn alles wie geplant läuft, sollen bis dahin die ersten Bauarbeiten über die Bühne sein. Abschnittsweise soll es vorangehen. Während der ersten Bauphase wird die alte Bahn die Gäste wie gewohnt auf den Berg befördern. Erst in der Wintersaison 2020/21 muss der Betrieb vorübergehend ruhen, bis zur Sommersaison 2021 die neue Bahn in Betrieb gehen kann.

 Auf der Aktionärsversammlung kürzlich gab sich Schöttl sehr zuversichtlich, dass noch im Frühjahr der Baubescheid vom Landratsamt erteilt würde. Wenn die Zusage für die staatliche Förderung ebenfalls vorliegt, könne man loslegen mit dem rund 4S Millionen Euro teuren Vorhaben. Dabei solle die Hauptbahn vom Tal über die Mittelstation Seealpe bis zur Station Höfatsblick komplett erneuert werden. Ausgeschlossen von den Plänen bleibe die Gipfelbahn mit der erst vor zwei Jahren eröffneten Gipfelstation. Vorbehaltlich der Projektgenehmigung und der Förderung sei die Auftragsvergabe an den Seilbahnhersteller Leitner bereits erledigt, ebenso wie die Vergabe der Baumeisterarbeiten.

Der erste Spatenstich soll dann im Sommer 2019 erfolgen. Der Bau der Sektion II läuft parallel zur bestehenden Bahn. Soweit möglich sollen zudem schon die Fundamente für die Sektion I gelegt werden. Wenn 2020 Mittel- und Bergstation fertiggestellt sind, wird im Oktober 2020 der Seilbahnbetrieb für den Winter eingestellt, damit der Bau der Talstation und der Sektion I auf der Trasse der bestehenden Bahn erfolgen kann. Schätzungsweise im Mai 2021 soll schließlich die neue Bahn in Betrieb genommen werden.

Die Talstation als „Eingangstor" zum Berg genießt bei den Neubauplänen besondere Aufmerksamkeit. Mehrere Architekturbüros hatten Entwürfe abgeliefert. Der vom Vorstand und Aufsichtsrat favorisierte Entwurf, der vom gleichen Architekten stammt wie der Entwurf für die Gipfelstation, fand auch im Gemeinderat sehr große Zustimmung. Er sieht vor, Fußgänger und Autoverkehrsbereiche zu trennen. Dazu wird ein schöner Vorplatz vor der Bahn angelegt, der zum einen das denkmalgeschützte Trettachhäusle in das Ensemble einbezieht, andererseits aber eine Trennung zu den Parkplätzen bringt. Für die Kassen- und Skiservicegebäude sowie für die Lager- und Verwaltungsräume soll ein Gebäude in Holzbauweise mit Satteldach entstehen.

„Wir sind uns sicher, dass sich mit dem Neubau der Bahn ein erheblicher Komfortgewinn für den Gast, aber auch Vorteile für die gesamte Tourismusregion ergeben", so Schöttl. Verbesserter Fahrkomfort mit sitzender Beförderung, kürzere Wartezeiten und dadurch die Möglichkeit. im Winter auch die Talabfahrt effektiv nutzen zu können, all das spreche für das Großprojekt.

 

Nebelhornbahn: seit über 80 Jahren in luftiger Höhe

„Wenn heute noch nicht alle Köpfe den Wert der Nebelhornbahn erfassen, der Abstand der Zeit wird uns einmal beweisen, dass die Verfechter dieser Idee unserem Ort einen großen Dienst erwiesen haben", hieß es im Oberstdorfer Gemeinde- und Fremdenblatt im Bericht zur Einweihung der Nebelhornbahn. An einem lauen Sommertag am 10. Juni 1930 feierte die Nebelhornbahn ihre Jungfernfahrt und wurde dabei zur längsten Personenschwebebahn der Welt ernannt. Ein großes Fest gab es damals, mit Bergfeuer, Weckruf, Glockengeläut, Böllerschüssen und Fackelzug. Zur Weihe war eigens der apostolische Nuntius Vasallo di Torregrossa aus Rom nach Oberstdorf gereist.

Die mit 4860 Metern damals weltweit längste Personenseilschwebebahn mit Kabinen für 30 Personen bedeutete in der Geschichte des Allgäuer Tourismus einen Meilenstein. Zwar war Oberstdorf für den Fremdenverkehr schon längst entdeckt. Doch dass nun die Wanderer sicher und bequem in die Höhe transportiert werden konnten, das war völlig neu.

Über 20 Jahre nach der Eröffnung erfolgte 1951 die erste Modernisierung. Dadurch konnten statt 92 Personen pro Stunde 210 Personen befördert werden. 1954 wurde ein neuer Antrieb eingebaut. Somit konnte die Beförderungszahl wieder gesteigert werden. 1957 erhält die 2. Sektion einen neuen Antrieb, womit die Förderleistung auf 225 Personen pro Stunde erhöht wurde. 1969 wurde der 10-millionste Fahrgast befördert.

1976 wurde der Betrieb der Bahn eingestellt, weil die Bahn von Grund auf erneuert werden musste. Am 19. März 1977 wurde die 1. Sektion von der Talstation (828 m) bis zur Station Seealpe (1280 m) mit der neuen Bahn in Betrieb genommen. Auf der zweiten Strecke fuhr noch die alte Bahn. Am 8. Mai wurde auch die 2. Sektion von der Seealpe bis zur Bergstation Höfatsblick mit der neuen Bahn freigegeben, wobei in der Hochsaison die alte Bahn teilweise zur Entlastung eingesetzt wurde. In der Gondel hatten 60 Menschen Platz, die Förderkapazität stieg auf 600 Personen pro Stunde. 1995 wurde die alte Nebelhornbahn, Teilstrecke Seealpe — Bergstation Höfatsblick, bei der Neugestaltung der Bergstation abgebrochen. 2005 erfolgte dann auch der Abriss des alten (ersten) Bahngebäudes an der Station Seealpe.

 Nun also steht erneut ein Umbau vor der Tür. Statt der Großkabine soll dann eine Umlaufbahn mit 10er-Kabinen die Gäste hinaufbefördern, ohne Umsteigen und ohne die bisher oft langen Wartezeiten im Tal. Gerechnet wird bei einer Förderkapazität von 1200 Personen pro Stunde mit einem Gästezuwachs von rund 10 Prozent. Das Ziel ist laut Vorstand Peter Schöttl der Komfortgewinn, der Abbau der Wartezeiten und die Möglichkeit der Wiederholungsfahrten für Wintersportler.

 

Herausgeber: Tourismus Oberstdorf, Prinzregenten-Platz 1

 

 

 

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